Von Thomas Kinzel auf Freitag, 16. Oktober 2026
Kategorie: IT-Security

Cyber Protection Vault – was Angreifende nicht sehen, können sie nicht zerstören

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich darüber geschrieben, warum Unternehmen ihre Backupstrategie dringend auch unter dem Aspekt der Cybersicherheit betrachten und gegebenenfalls anpassen müssen.

Heute möchte ich einen Schritt weiter gehen.

Denn eines wird häufig unterschätzt: Solange Backups mit der produktiven IT-Landschaft verbunden sind, bleiben auch sie ein potenzielles Angriffsziel. Und wer glaubt, dass eine gut abgesicherte Backupumgebung automatisch vor Cyberangriffen geschützt ist, wiegt sich möglicherweise in falscher Sicherheit.

Angreifende haben längst erkannt, dass eine erfolgreiche Verschlüsselung der Produktivdaten wenig bringt, solange ein Unternehmen seine Systeme aus funktionierenden Backups wiederherstellen kann. Deshalb geraten zunehmend auch die Backupinfrastruktur und insbesondere privilegierte Administrationskonten ins Visier.

Was aber passiert, wenn im Ernstfall nicht nur die Produktivsysteme, sondern auch die Backups kompromittiert sind?

Wir bieten unseren Kunden seit einigen Monaten einen Health Check zur Bewertung der Cyber-Recovery-Fähigkeit ihrer Backupumgebung an. Dabei zeigt sich immer wieder: Der Schutz der Backupdaten vor gezielten Angriffen ist eine der zentralen Herausforderungen.

Die Hersteller von Backupsoftware begegnen diesem Risiko unter anderem mit unveränderbaren Backups (Immutability). Das ist ein wichtiger Sicherheitsbaustein. Doch Unveränderbarkeit allein reicht nicht aus, wenn Angreifende beispielsweise Zugriff auf die Verwaltungsinfrastruktur erlangen oder die Wiederherstellung anderweitig verhindern können.

Dabei ist das Grundprinzip einer wirksamen Absicherung eigentlich gar nicht neu.

Erinnern wir uns an die „gute alte“ Zeit der IT: Regelmäßig wurden Sicherungsbänder erstellt, außer Haus gebracht und in gesicherten Tresoren gelagert. Geschützt vor Feuer, Wasser und unberechtigtem Zugriff. Vor allem aber waren diese Backups physisch von der produktiven IT getrennt – und damit für einen Cyberangreifenden nicht unmittelbar erreichbar.

Was damals selbstverständlich war, gewinnt heute unter dem Begriff „Air Gap“ wieder eine zentrale Bedeutung.

Allerdings haben sich die Anforderungen grundlegend verändert. Eine Woche potenzieller Datenverlust ist für die meisten Unternehmen heute nicht mehr akzeptabel. Hinzu kommen steigende Anforderungen an die Cyberresilienz, nicht zuletzt durch regulatorische Rahmenwerke wie DORA und NIS2. Backup- und Wiederherstellungsverfahren müssen nicht nur vorhanden sein, sondern ihre Wirksamkeit muss auch überprüft werden.

Doch wie lässt sich das bewährte Prinzip der Isolation mit den heutigen Anforderungen an Aktualität, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit verbinden?

Nahezu alle Hersteller von Backupsoftware bieten inzwischen eigene Ansätze zum Schutz gegen Cyberangriffe an. Wir haben unterschiedliche Lösungen unter den Gesichtspunkten Sicherheit, Praktikabilität, Wirtschaftlichkeit und Datensouveränität betrachtet.

Dabei wurde deutlich: Einzelne Sicherheitsfunktionen sind wichtig, entscheidend ist aber ein durchgängiges Konzept. Eines, das die Backupdaten auch dann noch schützt, wenn die produktive IT bereits kompromittiert wurde – und das im Ernstfall eine verlässliche Wiederherstellung ermöglicht.

Gerade für mittelständische Unternehmen ist der Aufbau und Betrieb einer solchen Infrastruktur jedoch mit erheblichem Aufwand verbunden.

Deshalb hat sich ORDIX entschieden, auf Basis der bewährten Dell Cyber-Recovery-Technologie einen eigenen Service anzubieten:

CPaaS – Cyber Protection as a Service

CPaaS ist ein vollständig in Deutschland gehosteter und von ORDIX betriebener Cyber Protection Vault für Ihre unternehmenskritischen Daten.

Das Prinzip: Besonders wichtige Sicherungskopien werden in eine eigenständig abgesicherte Umgebung übertragen, die von der produktiven IT logisch und administrativ getrennt ist. Kontrollierte, zeitlich begrenzte Verbindungen nach dem Air-Gap-Prinzip und unveränderbare Backupdaten sorgen dafür, dass auch bei einer Kompromittierung der Produktivumgebung eine zusätzliche, besonders geschützte Datenkopie erhalten bleibt.

Damit endet Cyber Recovery aber nicht beim sicheren Aufbewahren der Daten. Denn ein Backup ist nur so viel wert wie die Möglichkeit, es tatsächlich wiederherzustellen. Deshalb gehören auch die Überprüfung der Wiederherstellbarkeit und die Unterstützung im Recovery-Fall zu unserem Servicekonzept.

Für unsere Kunden bedeutet das: keine Investition in eine eigene Vault-Infrastruktur, kein zusätzliches Spezialwissen für deren Betrieb und kalkulierbare monatliche Kosten. Wir unterstützen bei der Anbindung, übernehmen den Betrieb des Vaults und begleiten bei Bedarf die Wiederherstellung der geschützten Daten.

Gemeinsam mit zwei starken Partnern – MTI mit jahrzehntelanger Erfahrung im Backup-Bereich und Manage Now als IT-Infrastruktur-Provider mit einer hochsicheren, stabilen und mandantenfähigen Plattform – bieten wir damit eine praxistaugliche Cyber-Recovery-Lösung, die insbesondere für mittelständische Unternehmen wirtschaftlich attraktiv ist.

Denn die entscheidende Frage nach einem Cyberangriff lautet nicht: „Haben wir ein Backup?“, sondern: „Können wir damit unsere Unternehmens-IT wiederherstellen?“

Sprechen Sie uns an! Wir begleiten Sie auf dem Weg zu einer wirklich belastbaren Cyber-Recovery-Strategie.

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