Cloud Services 2018 im Vergleich

Cloud Services 2018 im Vergleich
Seit Amazon im Jahr 2006 das Cloud Computing (die sogenannte "Cloud") der Masse zugänglich gemacht hat, ist viel passiert. Über die Jahre sind einige Anbieter für die Cloud hinzugekommen, hier ein paar der bekannteren Anbieter: Microsoft Azure, Google Cloud, Open Telekom Cloud. Diese werden wir uns im Folgenden genauer betrachten und Ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen.

Vorstellung der Anbieter

Im Laufe des Artikels werden wir uns mit den 3 großen Cloud-Anbietern beschäftigen. Damit Sie entscheiden können, welcher Anbieter für Ihr Unternehmen der richtige ist, vergleichen wir die Cloud-Anbieter anhand dreier Basis-Services, dazu gleich mehr.

Zu den drei Großen zählen zum aktuellen Zeitpunkt (Juni 2018) Amazon mit den Amazon Web Services (kurz AWS), Google mit der Google Cloud und Microsoft mit seinem Angebot Azure.

Zusätzlich werden wir uns die Open Telekom Cloud anschauen, einem aufstrebenden Cloud-Anbieter aus Deutschland.

Amazon Web Services

Amazon hat ihr Cloud-Angebot AWS im Jahr 2006 gestartet und bietet aktuell 18 Standorte, diese bezeichnet Amazon als Regionen, davon befinden sich 4 innerhalb der EU und eine in Deutschland. Jede Region hat mehrere „Availability Zones". So stehen am Standort Deutschland 3 Zonen zur Verfügung, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten. Im Cloud-Angebot stellt Amazon aktuell rund 100 Services bereit, wobei diese noch nicht in allen Regionen verfügbar sind.

Microsoft Azure

Im Jahre 2008 folgte Microsoft mit seinem Angebot Azure auf den Cloud-Markt. Azure verfügt über 40 Regionen weltweit und ist in 140 Ländern zugänglich. Azure bietet auch verschiedene Verfügbarkeitszonen in den Regionen an, um die Verfügbarkeit sicherzustellen. Zum aktuellen Zeitpunkt stellt Azure über 95 Services bereit, ähnlich zu Amazon sind diese aber noch nicht in allen Regionen erhältlich.

Google Cloud

Das Cloud-Angebot Google Cloud stellte Google im Jahr 2011 vor. In 15 Regionen, die jeweils aus mindestens 3 Verfügbarkeitszonen bestehen, reiht sich Google in das Bild der großen 3 Cloud-Anbieter ein. In den Regionen lassen sich aktuell über 65 verschiedene Services starten.

Telekom

Die Open Telekom Cloud wurde im Jahre 2016 vorgestellt und ist damit der jüngste Anbieter im Vergleich Aktuell stellt die Telekom 2 Regionen zur Verfügung, Deutschland und Singapur. Eine Region besteht bei der Telekom aus zwei Rechenzentren, die den ausfallsicheren Betrieb gewährleisten. Aktuell können in der Region Deutschland 32 Services genutzt werden.

Vergleich

Die Anbieter bieten eine unterschiedliche Anzahl, sowie verschiedene Services an und daher ist ein direkter Vergleich aller Services nicht möglich. Die Basis-Services sind jedoch sehr ähnlich. Die drei Services, die aus unserer Sicht die Hauptfunktionen des Cloud-Computing darstellen, sollen im Folgenden verglichen werden. Alle 4 Anbieter stellen jeweils noch bis zu 100 weitere Services zur verfügbar, das Angebot reicht dabei von DBaaS (Database as a Service) über DNSaaS (DNS as a Service) bis hin zu Exchange as a Service.

Virtuelle Rechenleistung

Gemietete Rechenleistung ist an sich nichts Neues. VMs oder vServer werden schon länger von Hostern vermietet. Solche Angebote haben auch ihre Daseinsberechtigung, sind aber für die heutigen Anforderungen vieler Unternehmen nicht mehr ausreichend.

Hier kommt die Instanzen EC2 (AWS)/Virtuelle Computer (Azure)/VM-Instanz (Google Cloud) und ECS (Open Telekom Cloud) zum Einsatz. Diese werden als IaaS (Infrastructure as a Service) bezeichnet, da sie pro Minute/Stunde abgerechnet werden. Der große Vorteil dieser Instanzen ist, dass eine leichtere und schnellere Skalierbarkeit möglich ist, um auf die Anforderungen moderner Unternehmen vorbereitet zu sein.

Um einen Überblick über das Angebot der Anbieter zu bekommen, haben wir die minimale sowie die maximale Konfiguration der verfügbaren Instanzen gegenübergestellt:

Minimale Konfiguration
Minimale Konfiguration
​Maximale Konfiguration
​Maximale Konfiguration

​vCPU ​RAM (GB) ​vCPU​RAM (GB)
​EC2 (AWS)
​1​0,5​128​3904
​Virtuelle  Computer (Azure)
​1​1​128​3800
​VM-Instanz (Google Cloud)
​0,2​0,60​160​3844
​ECS (Open Telekom Cloud)
​1​1​36/60​890/512

Um einen einfachen Vergleich der Anbieter möglich zu machen, nutzen wir die Einheit vCPU. Dabei ist zu beachten, dass die unterschiedlichen Cloud-Anbieter verschiedene CPU-Modelle und -Versionen nutzen. Damit kann sich die tatsächliche Leistung auch bei der gleichen Anzahl vCPUs unterscheiden.

Schnell wird deutlich, dass sich die Anbieter in den Leistungen nur wenig unterscheiden, was die minimale/maximale Konfiguration angeht. Die Storage Größen und Kosten wurden bewusst weggelassen. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung der zugrundeliegenden Hardware und den Preiskampf im Cloud-Geschäft wären die Preise schon veraltet, bevor wir den Artikel veröffentlichen könnten. In den Quellen finden Sie aber die Links zu den aktuellen Preisen der einzelnen Anbieter.

Storage

In den vorherigen Abschnitten haben wir uns den Storage nicht angeschaut, da dieser bei den Cloud-Anbietern extra hinzugebucht werden kann. Dafür stehen unterschiedliche Storage-Optionen zur Verfügung. Wir werden uns die Option „Object Storage" anschauen und vergleichen.

Aber definieren wir „Object Storage" erst einmal. Das klassische Speichern von Daten benötigt viel Overhead bzw. einen Server oder ein Storage-System, das die Festplatten ansprechen kann. Dieses Konstrukt benötigt man dann noch mehrfach, um Datensicherheit zu gewährleisten. Das verursacht hohe Kosten und lässt sich schlecht skalieren.

Bei „Object Storage"werden mehrere Technologien vereint und ermöglichen so eine kosteneffiziente und skalierbare Speicherlösung. Die Daten werden nicht in Verzeichnisstrukturen, sondern in sogenannten Buckets abgelegt. In den Buckets werden die Objekte dann in einem Key/Value-Store-Ansatz gespeichert.

Alle 4 Anbieter bieten beim Anlegen der Daten die Möglichkeit Speicherklassen zu definieren. Die Speicherklassen unterscheiden dadurch, wie schnell die gespeicherten Daten wieder abrufbar sind, hier kann man zwischen Millisekunden und mehreren Stunden wählen.

Jeder Anbieter verwendet eine etwas andere Wortwahl für die Definition, ob es sich um Hot Storage, Cold Storage oder Archiv Storage handelt. Damit Sie die Anbieter auf einen Blick vergleichen können, haben wir eine Tabelle angelegt und die Definitionen der Anbieter übertragen.

Auto Scaling, Skalierungsgruppen

Das Feature, welches wir nun näher betrachten, ist einer der Hauptgründe, warum Cloud-Lösungen bei vielen Unternehmen so beliebt sind. Eine einfache Bereitstellung von Rechenleistung, welche wir uns im ersten Vergleich angeschauthaben, bietet zwar schon Vorteile, wird aber mit den Auto-Scaling-Funktionen der Cloud-Anbieter erst richtig interessant.

Durch Auto-Scaling haben Unternehmen die Möglichkeit, vollautomatisch auf Lastspitzen zu reagieren, ohne vorher Hardware einkaufen zu müssen.

Ein kurzes Beispiel: Die Muster GmbH bereitet den Launch eines neuen Produktes über ihren Webshop vor. Damit der Launch gelingt, müssen deutlich mehr virtuelle Maschinen eingekauft oder physikalische Hardware bestellt werden, denn kurzfristig wird mit einer deutlich höheren Anzahl von Zugriffen gerechnet. Für diesen Launch hat sich die Muster GmbH für einen Cloud-Anbieter entschieden. Durch die Auto-Scaling-Funktion werden im Lastfall neue Instanzen hochgefahren und der Verkauf kann ohne Ausfallzeiten weitergehen. Für die Muster GmbH bedeutet dies einen größeren Umsatz und weniger Kosten, denn die neuen Instanzen bleiben nur solange am Netz, bis die Lastspitze vorbei ist, dann werden sie wieder heruntergefahren und kosten kein Geld mehr.

Die 4 vorgestellten Anbieter verwenden jeweils etwas andere Merkmale, um das Auto-Scaling umzusetzen. AWS und Open Telekom Cloud setzen jeweils ihr Monitoring-Tool voraus, wie CloudWatch (AWS) und Cloud Eye (Open Telekom Cloud). Zusätzlich muss die Last natürlich auf mehrere Systeme verteilt werden, womit ein Load Balancer notwendig wird. Dieser kann entweder auch als Service gebucht werden, wie Elastic Load Balancing (AWS) und Elastic & Unified Load Balancer (Open Telekom Cloud) oder alternativ selber aufgebaut werden, wodurch dieser natürlich selber gewartet werden muss.

Azure und Google Cloud bieten zusätzlich die Möglichkeit, direkt über Regeln zu definieren, was passieren soll, wenn gewisse Events eintreten. Google Cloud bietet hier unter anderem die „Durchschnittliche CPU-Auslastung" als Event an, um mehr Ressourcen starten zu lassen.

Schlusswort

Die 4 vorgestellten Features sind sehr grundlegende Services, die von den Cloud-Providern angeboten werden. Aber mit diesen ist es möglich, viele verschiedene Szenarien abzubilden und in der Cloud aufzubauen. Auch wird deutlich, dass die Anbieter zwar verschiedene Namen für Ihre Services verwenden, im Hintergrund das Rad aber nicht neu erfunden wird.

Bei der Auswahl eines Cloud-Providers sollte man sich dem Risiko eines Vendor-Lock-in bewusst sein. Dies betrifft insbesondere die "höherwertigen" Services aus dem PaaS/SaaS-Bereich. So kann es mit Blick auf diese Problematik durchaus sinnvoll sein einen Service auf einer virtuellen Instanz des Anbieters selbst aufzubauen anstatt ihn fertig einzukaufen, auch wenn dies im ersten Moment komfortabler erscheint.

Haben Sie selber schon Erfahrungen mit Cloud-Lösungen gemacht oder plant Ihr Unternehmen Cloud-Lösungen zu verwenden? Gerne können wir Ihnen dabei behilflich sein. Schreiben Sie uns einfach unverbindlich an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Quellen Stand Juni 2018