Oracle AWR Warehouse - Alles unter einem Dach (Teil 1)

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Mit dem AWR Warehouse bietet Oracle die Möglichkeit, Performance-Daten langfristig an einem zentralen Ort zu speichern. Dieser Artikel erläutert die Funktionsweise eines AWR Warehouse.

Was ist das AWR?

Mit der Oracle Datenbank Version 10 wurde das Automatic Workload Repository (AWR) eingeführt. Es dient als Speicherort für Datenbank-Performance-Daten. Die Daten werden in internen Tabellen im Tablespace SYSAUX
gespeichert und standardmäßig acht Tage aufbewahrt.

Auf der Grundlage dieser Daten besteht die Möglichkeit, Berichte (sogenannte AWR Reports) zu erstellen. Diese sind hilfreich für allgemeine Performance-Auswertungen sowie zur Erkennung von Engpässen.

Es können Berichte von verschiedenen Zeiträumen erstellt beziehungsweise das Lastverhalten verschiedener Zeiträume miteinander verglichen werden.

Das AWR Warehouse – Überblick

Mit dem Oracle Enterprise Manager 12cR4 führte Oracle das neues Feature "AWR Warehouse" (AWR WH) ein.

Dieses ermöglicht es dem Administrator, AWR-Statistiken von individuellen Datenbanken in einer zentralen AWR-Repository-Datenbank zu speichern und für Auswertungszwecke bereitzustellen. Durch das zentrale Repository sind die AWR-Daten auch nach einer Datenbankmigration noch vorhanden und zugreifbar.

Das Verlagern der Statistikdaten von einzelnen Quelldatenbanken an einen zentralen Ort eröffnet die Möglichkeit, den Haltezeitraum der Statistikdaten auf den einzelnen Datenbanken zu reduzieren und somit gleichzeitig Platz in den einzelnen Datenbanken zu sparen.

Die Verwaltung der Quelldatenbanken erfolgt über den Enterprise Manager Cloud Control (EMCC). Hier können Quelldatenbanken dem AWR WH hinzugefügt und entfernt werden (siehe Abbildung 1).

Architektur

Als Basis für das AWR WH wird ein EMCC sowie eine Repository-Datenbank benötigt. Oracle empfiehlt, das Repository in einer separaten Datenbank zu erstellen, welche nicht mit der des EMCC identisch ist.

Voraussetzung für das AWR WH Repository ist eine Oracle-Enterprise-Edition-Datenbank in der Version 12.1.0.2 oder höher. Alternativ kann die Version 11.2.0.4 mit entsprechenden Patches verwendet werden. Die
Repository-Datenbank darf zum jetzigen Zeitpunkt keine Container-Datenbank (NON-CDB) sein.

Der Oracle Management Server (OMS) muss mindestens in der Version 12.1.0.4.3 mit installiertem Patch 19391521 vorliegen.

Quelldatenbanken werden ab der Version 10.2.0.4 unterstützt. Die höchste, unterstützte Version wird durch die AWR-Warehouse-Repository-Datenbank vorgegeben. Es können keine Quelldatenbanken mit einer höheren Version als die der Repository-Datenbank genutzt werden. Dies ist in der Updatepolitik entsprechend zu beachten.

Für das Zusammenspiel zwischen den Quelldatenbanken und der AWR Repository Datenbank ist ein ETL-Job zuständig. Der ETL-Job überträgt die gesammelten Statistikdaten der einzelnen Datenbanken in das AWR WH. Über das EMCC können die Zugriffsrechte für die Benutzer auf Basis der Quelldatenbanken verwaltet werden.

Abb.1: Automatic Workload Repository Warehouse

​Den zweiten Teil zu "Oracle AWR Warehouse - Alles unter einem Dach" können Sie hier in unserem Blog lesen:
https://blog.ordix.de/technologien/oracle-awr-warehouse-alles-unter-einem-dach-teil-2

 

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Montag, 17. Juni 2019

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