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4 Minuten Lesezeit (700 Worte)

Projektrisiken

Setzen Sie beim Fahrradfahren einen Helm auf? Schließen Sie das Fahrrad mit einem Schloss ab? Prima, dann betreiben Sie eigentlich schon Risikomanagement.

Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit eines Fahrradunfalls vergleichsweise gering, da Sie ein sicherer Radfahrer sind. Die gesundheitlichen Folgen könnten aber erheblich sein, wenn Ihrem Kopf im Falle eines Sturzes etwas passiert. Und Sie können ja selbst bei vorsichtiger Fahrweise nicht ausschließen, dass Ihnen ein anderer Verkehrsteilnehmer in die Quere kommt.

Dass Fahrräder leider oft gestohlen werden, ist eine Realität. Als Faustregel wird empfohlen, dass für ein adäquates Schloss etwa 10 % des Fahrradwertes investiert werden sollte, wobei diese Regel für sehr günstige oder sehr teure Fahrräder sicherlich nicht besonders gut passt. Für Schloss und Helm gilt: Eigentlich sind Sie froh, wenn beides nicht benötigt wird.

Wie beim Fahrrad 

Mit Blick auf das Risikomanagement funktioniert ein Projekt nicht viel anders. Sie stellen Budget ein, um Unwägbarkeiten abzusichern, die Sie eigentlich gar nicht erleben möchten. Die Bedeutung von einem guten Risikomanagement sticht hier aber etwas mehr heraus und es ist ungleich schwieriger.

Machen wir uns dazu kurz einmal klar, was ein Projekt im Kern eigentlich ist: Ein Vorhaben, welches meist einmalig und häufig neu sowie zeitlich, personell und finanziell begrenzt ist. Damit wird klar, dass es in der Regel nur wenig Erfahrung gibt, auf die zurückgegriffen werden kann. Sie wissen also nicht genau, worauf Sie sich einlassen und wie Sie (re-)agieren müssen. Andererseits ist das Projektziel nur zu erreichen, wenn gewisse Rahmenbedingungen eingehalten und abgesichert werden. Damit liegt die Aufgabe des Risikomanagements, die Projektziele zu sichern, auf der Hand.

Die Schwierigkeit bei einem Projekt besteht darin zu erkennen, worin eigentlich die Risiken liegen. Sicherlich haben Sie selbst ein Gespür für Faktoren, die Ihr Projekt gefährden könnten. Aber Sie wissen es eben nicht genau. Auf eine Radtour übertragen könnte man sagen: Ihren Weg zur Arbeit können Sie sicherlich ganz gut aus Erfahrung einschätzen – im Projekt könnte sich an einen gut ausgebauten Radweg genauso gut eine schwierige Downhill-Passage anschließen.

Dass hier ein üblicher City-Helm nicht ausreichend erscheint, dürfte klar sein. Idealerweise ergänzen Sie in diesem Fall die Sicherheitsausrüstung um Knie- und Ellenbogenprotektoren bis hin zur Protektoren-Jacke und verfügen über eine gute Krankenversicherung. Die beste Lösung dürfte wohl für den normal begabten Radfahrer sein, die Downhill-Passage zu umfahren.

Nie ohne Strategie 

An diesem Beispiel haben wir ganz nebenbei die wichtigsten Strategien zur Risikobehandlung besprochen.

Erstens: Geeignete Maßnahmen vorbereiten, die zum Projekt und zur persönlichen Risikobereitschaft passen. Dabei kümmere ich mich als Projektleiter bei begrenztem Risikobudget zunächst um die Themen mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder erheblichen Auswirkungen.

Zweitens: Vermeiden. Statt sehenden Auges in ein erhebliches Risiko zu gehen, sollte möglichst ein Weg gefunden werden, um ein (unnötiges) Risiko erst gar nicht eingehen zu müssen.

Drittens: Akzeptieren. Vielleicht gehe ich das Risiko aber auch bewusst ein, wenn sich daraus eine besondere Chance ergibt. Es soll Menschen geben, die für ein bisschen Spaß bewusst das Risiko von Knochenbrüchen in Kauf nehmen.

Viertens: Übertragen. Vielleicht finden Sie keine geeignete Maßnahme und müssen „da durch". Dann können Sie dennoch wenigstens die Folgen einer Risikoverwirklichung lindern. Das Projekt ist dann leider trotzdem in Mitleidenschaft gezogen worden, aber wenigstens die (finanziellen) Folgen werden durch eine Versicherung gelindert.

Genau wie bei einer Fahrradtour der Helm am Anfang auf- und beim Beenden der Tour erst am Ende abgesetzt wird, starten Sie das Risikomanagement mit dem Start des Projekts und beenden es erst bei Abschluss. Sonst wäre die Schutzwirkung erheblich eingeschränkt und Murphys Law, es passiert genau dann ein Unfall. An dieser Stelle ist vielleicht klar geworden, dass ein guter Projektmanager auch ein guter Risikomanager sein sollte. Er sollte auch nicht den Anspruch für sich haben, selbst alle Risiken erkennen oder einschätzen zu können. Jedes Teammitglied muss ermutigt werden, Risiken zu melden.

Wenn sich ein Risiko zu einem Issue konkretisiert hat, das Risiko also eingetreten ist, muss der Projektmanager sofort handeln und handeln können. Vielleicht nehmen Sie auf die nächste Radtour ein kleines Erste-Hilfe-Set mit?

Für Ihre Radtouren wünsche ich Ihnen jedenfalls allzeit gute und unfallfreie Fahrt. Falls Sie etwas mehr über Risiken, Risikobehandlung und geeignete Tools dazu lernen möchten, kann ich Ihnen das Seminar PM-01 empfehlen, das u. a. genau dieses Thema ausführlich behandelt und Sie in die Lage versetzt, geeignete Strategien zu entwickeln.

Seminarempfehlung

 

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Sonntag, 04. Dezember 2022

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