X

Schön, dass Sie sich für unseren
Blog interessieren!

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden
und abonnieren Sie den Blog-Newsletter

9 Minuten Lesezeit (1882 Worte)

Die Bedeutung der Datensicherung in der modernen Informationsgesellschaft (Teil 1/2)

Dimension der Datenmengen

Das Datenaufkommen in der digitalen Gesellschaft hat ein gigantisches Ausmaß erreicht und wächst weiter exponentiell. Dies betrifft den privaten Bereich genauso wie die Industrie und Gewerbe.
Der Siegeszug der Mobiltelefone rund um den Planeten hat einen wesentlichen Anteil am Zuwachs der Daten im privaten Bereich. Die Menschen rund um den Globus schießen mehr als eine Billion Fotos (1.000.000.000.000) jedes Jahr; zudem laden sie hunderte Stunden Video pro Minute hoch und stellen in jeder Sekunde zigtausende Suchanfragen im Internet. Die schiere Menge an Daten, die so erzeugt und natürlich auch irgendwo gespeichert wird, ist schwindelerregend und wächst exponentiell von Jahr zu Jahr.

Vor allem Social-Media-Giganten, Web-Infrastruktur-Anbieter und andere große Unternehmen auf der ganzen Welt verwalten Daten in enormen Dimensionen. Nicht nur die reine Menge der Daten ist relevant, viele Informationen sind zudem überaus sensitiv. Deswegen muss dem Schutz der Daten auch eine besondere Bedeutung zukommen. Auch kleinere Unternehmen verfügen über jede Menge (sensibler) Daten. Angesichts des Umfangs und der Qualität der Informationen, die weit verstreut in lokalen und Cloud-Rechenzentren gespeichert sind, ist es wichtiger denn je zu wissen, wo welche Daten überhaupt vorgehalten werden, und dafür zu sorgen, dass sie nicht in die falschen Hände gelangen.

Um zu verstehen, wie man alle diese Daten richtig verwaltet, muss man sich zunächst darüber bewusst sein, wie groß die Datenvolumina überhaupt sind, die es zu verwalten gibt. Schätzungen zufolge beträgt die weltweite Datenmenge aktuell 33.000 Exabytes.

Aber was ist das, ein Exabyte? Ganz einfach: Ein Exabyte entspricht einer Milliarde Gigabyte oder einer Million Terabyte. Aber kann man sich hierunter etwas vorstellen? Um die Datenmenge begreifbar zu machen und so ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viele Daten heute weltweit existieren, lohnt ein Vergleich mit Gegenständen des Alltags

Nimmt man an, ein Terabyte entspräche dem Gewicht einer Büroklammer. Dann würden die 33.000 Exabytes Daten – die ja 33.000 Millionen Terabytes entsprechen – insgesamt ungefähr 33.000 Tonnen wiegen, das ist ziemlich genau das dreifache Gesamtgewicht des Eifelturms.

Ausblick

Ein zentraler Treiber für das künftige Datenwachstum wird der Studie zufolge das "Internet der Dinge" (Internet of Things, IoT) sein. Immer mehr Geräte werden mit Sensoren ausgestattet und sind vernetzt. Das Internet der Dinge umfasst dabei alle möglichen Alltagsgegenstände wie Laufschuhe mit Geschwindigkeitssensoren und Schrittzähler bis hin zu Brücken, die die Verkehrsdichte messen. Einer Schätzung von IDC zufolge lassen sich derzeit knapp 200 Milliarden Objekte mit dem Internet der Dinge verbinden. Davon kommunizieren aber nur sieben Prozent (14 Milliarden) über das Internet. Die produzierte Datenmenge macht der Studie zufolge rund zwei Prozent des weltweiten Datenvolumens aus. In diesem Jahr werden bereits 32 Milliarden Objekte mit dem Internet verbunden sein.

Datensicherung

Datensicherung ist ein Teilaspekt von Datensicherheit: Das Ziel von Datensicherheit ist es, Sicherheitsrisiken zu begegnen und die Daten beispielsweise vor Verlust, Manipulation oder unberechtigter Kenntnisnahme durch Dritte zu schützen.

Durch die zunehmende Digitalisierung im privaten Bereich wird die Datensicherung auch hier immer wichtiger. Immer mehr Dienste, vor allem die Bezahldienste und jetzt auch offizielle Dokumente, wie z.B. der Impfausweis, sind auf das Handy gewandert.
Für den geschäftlichen Bereich dürfte es klar sein, wie wichtig die Datensicherungen sind. Die Daten und die darin enthaltenen Informationen sind das eigentliche Kapital einer jeden Firma, neben den Mitarbeitern natürlich.

Warum die Datensicherung so wichtig ist

Fakt ist: Ganz gleich, wie großartig Ihr Computer oder Ihre externe Festplatte ist – beide werden nicht ewig halten. Das liegt einfach in der Natur der Hardware. Ihr örtlicher Computer-Reparaturservice kann möglicherweise Ihre Daten retten, aber vielleicht eben auch nicht. Wenn Sie keine Backups machen, gehen Sie dieses Risiko ein.
Im geschäftlichem Bereich sind heute meistens intelligente Festplattenlösungen wie die Data Domain von EMC oder ETERNUS von Fujitsu im Einsatz. Diese reduzieren das Risiko des Datenverlustes erheblich, aber nicht vollständig. Dies kann z.B. nicht vor Naturkatastrophen schützen.

Schlimmer noch: Im Internet lauern zahlreiche Gefahren, die die Integrität Ihrer Daten bedrohen. Viren und Trojaner stehlen nicht nur Daten, sondern in einigen Fällen löschen sie diese auch. Hinzu kommt das wachsende Phänomen Ransomware. Hierbei schleust ein Hacker auf Ihrem Computer einen Virus ein, der Ihre Daten verschlüsselt. Anschließend müssen Sie dem Hacker mehrere Hundert Euro zahlen, damit er Ihre Daten wieder entschlüsselt. Wenn Sie jedoch Ihre Daten gesichert haben, ist dies weniger problematisch. Sie können einfach die gesamte Festplatte löschen und die Daten aus Ihrem neuesten Backup wiederherstellen.

Es spielt keine Rolle, ob Sie Ihre Daten durch ein mechanisches Versagen, eine Naturkatastrophe oder kriminelle Aktivitäten verlieren – die Daten sind weg. Doch müssen Daten nicht unbedingt verloren sein. Sie können sie sichern.

Dies können Sie unter anderem durch die richtige Datensicherung erreichen. Dabei bezeichnet Datensicherung das Kopieren von Daten oder kompletter Systemabbilder eines Computers auf ein anderes Speichermedium. Die auf dem Speichermedium gesicherten Daten nennt man Sicherungskopie bzw. Backup.

Folgende Absichten stecken hinter einem Backup:

  • Die gesicherten Daten sind vor Festplattenfehlfunktionen, Viren oder versehentlichen Veränderungen durch Anwender geschützt.
  • Die Daten können im Falle eines Datenverlusts ohne Probleme abgerufen und wiederhergestellt werden.

Wie führe ich eine Datensicherung durch?

Vollsicherung

Alle zu sichernden Daten werden auf einen Zieldatenträger übertragen. Hierbei kann es sich um einzelne Dateien oder das physikalische Abbild der Festplatte handeln. Vorteil der Vollsicherung ist, dass sie einfach zu verwalten ist. Ein großer Nachteil ist der hohe Platzbedarf für die einzelnen Vollsicherungen und dass die Datensicherung entsprechend lang dauert.

Differentielle Datensicherung

Diese Art der Datensicherung setzt mindestens eine zuvor durchgeführte Volldatensicherung voraus. Denn bei der differentiellen Sicherung werden nur die seit dem letzten Vollbackup veränderten oder neu hinzugekommen Daten gesichert. Es wird also immer wieder auf der letzten Komplettsicherung aufgesetzt, wobei gegenüber einer neuen Volldatensicherung Speicherplatz und Zeit gespart wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass die verschiedenen Sicherungsstände unabhängig voneinander gelöscht werden können.

Inkrementelle Datensicherung

Diese Art der Datensicherung wird genauso wie die differentielle Datensicherung durchgeführt. Der Unterschied ist aber, dass das inkrementelle Backup immer auf dem zuvor erstellten Backup und nur beim ersten Durchlauf auf dem Vollbackup basiert. Somit wird immer auf der letzten inkrementellen Datensicherung aufgesetzt. Obwohl dieses Verfahren wenig Speicherkapazität benötigt, ist die Handhabung recht kompliziert, denn für eine Wiederherstellung der Daten benötigt man alle Dateien der „Sicherungskette".

Aufbewahrung der Datensicherung

Die Aufbewahrung von Datensicherungen sollte in einer sicheren Umgebung und örtlich entfernt von der EDV-Anlage erfolgen. Für kleinere Unternehmen kann z.B. ein Bankschließfach zur Datenträgeraufbewahrung genutzt werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Zugriff auf die Daten nur während der Öffnungszeiten von Banken möglich ist. Denken Sie außerdem daran, dass der Transport von physikalischen, aber auch digitalen Datensicherungen (Cloud) gesichert erfolgt, denn auch der externe Dienstleister sollte die Inhalte nicht lesen können. Abhilfe schafft z.B. die Verschlüsselung der Sicherungskopien mit einem Passwort.

Für größere Unternehmen ist dies kein gangbarer Weg. Diese Unternehmen sind bedingt durch ihre Produktions- und Verwaltungsdatenbanken oft auf eine kontinuierliche Datensicherung angewiesen, da diese Datenbanken in regelmäßigen Abständen Dateien produzieren (sogenannte Redologs), mit denen die Datenbank zu einem spezifischen Zeitpunkt wieder hergestellt werden kann.
Unternehmen sicheren ihre Daten auf intelligenten Festplatteneinheiten. Nach dem Sichern auf die Festplatte werden diese Daten dann oft noch auf Magnetbänder kopiert, die dann entnommen werden können und an einem sicheren Platz wie einem Tresor aufbewahrt werden.

Viele Unternehmen vervielfältigen ihre wichtigen Informationen sofort nach der Sicherung auf eine weitere Festplatteneinheit, die räumlich getrennt von der ersten ist. Von dieser Festplatteneinheit werden die Daten dann auf Magnetbänder kopiert. Man spricht hier auch von der Spiegelung der Daten. Oft sind die beiden Festplatteneinheiten auch in unterschiedlichen Standorten untergebracht. Dies bietet einen besseren Schutz vor Brand und Naturkatastrophen.

In den letzten Jahren haben Clouds immer mehr an Bedeutung gewonnen. Viele Cloud-Betreiber bieten auch Datensicherungen in die Cloud an.
Vorteile der Sicherung in die Cloud:

  1. Räumliche Trennung: Backup ist außerhalb der Firma
  2. Keine eigene Hardware
  3. Skalierbare Speicherkapazität
  4. Ständige Verfügbarkeit im Normalfall wenn das Netz zur Verfügung steht.

Nachteile der Sicherung in die Cloud

  1. Bandbreite und Abhängigkeit von der Internetverbindung
    Die Bandbreite ist das größte Problem bei einer Sicherung in die Cloud. Wir benötigen beispielsweise für die Übertragung eines GByte (verschiedene Dateien) bei einem Durchsatz von 50 Mbit/s (nur als Beispielwert) ca. 3 Minuten, wenn die gesamte Bandbreite, die zur Verfügung steht, nutzbar ist. In der Praxis kann das bei einer hohen Belastung des Netzes länger dauern. Bei fünfhundert GByte dauert das Backup dann schon 6 Stunden oder entsprechend länger. Dies ist auch ein wesentlicher Faktor bei den ersten Vollsicherungen oder evtl. nötigen Rücksicherungen.
  2. Kostenkontrolle
    Die Anbieter sprechen zwar vom Sparen und günstigen Kosten. Allerdings weiß niemand genau, wie sich die Kosten des Providers entwickeln werden.
  3. Sicherheitsbedenken
    Hierzulande nehmen es Unternehmen mit der Einhaltung von Datenschutzbestimmungen sehr genau. Dazu gehört, dass bestimmte Daten den deutschen Rechtsraum nicht verlassen dürfen. Das heißt, die Server und Speicher des Cloud-Anbieters müssen zwingend in Deutschland stehen. Ein weiterer Aspekt ist, dass man keinerlei Kontrolle über den Dienstanbieter hat und was mit den Daten beim Anbieter geschieht.

Was bei einer Cloudsicherung zu beachten ist

Datensicherheit und Datenschutz sind die zentralen Kriterien bei der Wahl des richtigen Cloud-Angebots.

  • Werden die Daten verschlüsselt übertragen?
  • Werden die Daten verschlüsselt auf dem Server abgelegt?
  • Wer verwaltet die entsprechenden Schlüssel?
  • Wie authentifizieren sich Benutzer?
  • In welchem Land werden die Daten gespeichert?
  • Wie ist im Falle einer Insolvenz die Datenrückgabe geregelt?

Letztlich muss man sich dann noch ergänzend fragen, wenn es Daten oder Verfahren im Unternehmen gibt, die sich nicht für Cloud-Backup eignen und dazu führen, dass man eine eigene Backup-Infrastruktur unterhalten muss, ob es dann immer noch wirtschaftlich und sicherheitstechnisch vertretbar ist - zweigleisig (Cloud und eigene Infrastruktur) zu fahren. Man braucht dann "ohnehin" eine entsprechende Infrastruktur und Knowhow. Es erhöht sich dadurch eventuell die Komplexität (was man beim Restore überhaupt nicht gebrauchen kann) und selbst bei Backup-Lösungen, die in der Lage sind, Backup in die Cloud und on premises gleichermaßen zu verwalten, muss man ziemlich aufpassen bzw. sicherstellen, dass dann nicht versehentlich Daten in die Cloud geschoben werden, die dort eigentlich nicht hinsollten.

Fazit

Die Bedeutung der Datensicherung ist in den letzten Jahren sehr gestiegen. Immer mehr Vorgänge werden heute digitalisiert. Viele Dokumente und Unterlagen werden heute auf elektronischem Weg ausgetauscht, bearbeitet und abgelegt. Auch im privaten Bereich sind diese Dokumente von sehr großer Wichtigkeit. Sicher kann man diese zusätzlich ausdrucken, aber oft ist die Speicherung auf einem Datenträger (externe 2,5 Zoll Festplatte) oder in einer Cloud im Notfall schneller zugreifbar und auch sicherer, z.B. im Brandfall oder anderen Katastrophen wie bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021. Ein weiterer Aspekt sind natürlich Angriffe durch Hacker, Phishing oder Malware (meist durch E-Mail-Anhänge). Wenn die Festplatte verschlüsselt ist und die Erpressung beginnt, kann mit einer aktuellen Datensicherung das System und die Daten von der Sicherung zurückgeholt werden.
Für Firmen, private und staatliche Organisationen und Behörden gilt das natürlich noch in einem größeren Maß. Bei vielen Firmen sind die Daten absolut essentiell für den Betrieb und der vollständige Verlust kann auch das Aus für die Firma bedeuten.

Als Firma oder Organisation kann es mit steigendem Datenaufkommen durchaus sinnvoll sein, sich professionelle Hilfe bei der Planung und Projektierung einer Datensicherung zu holen. Wir bei ORDIX verfügen über Kolleg:innen, die auf diesem Gebiet jahrelange Erfahrung haben.

In Teil 2 des Blog-Artikel geben wir einen Überblick zu 3 Datensicherungsprogrammen im Enterprise-Bereich.

Senior Chief Consultant bei ORDIX.

 

Kommentare

Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!
Gäste
Montag, 16. Mai 2022

Sicherheitscode (Captcha)

×
Informiert bleiben!

Bei Updates im Blog, informieren wir per E-Mail.

Weitere Artikel in der Kategorie