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7 Minuten Lesezeit (1444 Worte)

Die Bedeutung der Datensicherung in der modernen Informationsgesellschaft (Teil 2/2)

Übersicht Datensicherungsprogramme 

Der Teil 2 des Artikels liefert einen kurzen Überblick zu drei Datensicherungsprogrammen im Enterprise-Bereich. Wie in dem vorangegangenen Artikel beschrieben, ist die Verwaltung der Datensicherung ein wesentlicher Teil der Arbeit bei der Datensicherung. Im privaten Bereich kann es im einfachen Fall ausreichen, sporadisch Vollsicherungen durchzuführen und diese aufzubewahren. Die Anbieter von Handy-Betriebssystemen wie Apple IOS und Google Android bieten heute ihre Clouds zum Sichern der Handy-Daten an. Die meisten PC-Betriebssysteme wie Windows 10 und Apple OS bringen Datensicherungsprogramme mit. Der Benutzer muss sich bei der Konfiguration ein paar Gedanken darüber machen, welche Daten gesichert werden sollen und wie lange diese aufbewahrt werden sollen. Als Datensicherungsmedium können externe Festplatten verwendet werden. Mittlerweile werden 2,5 Zoll Festplatten mit einer Speicherkapazität von 5 TB angeboten, was in jedem Fall ausreichend für den privaten Bereich sein sollte.

Im geschäftlichen und institutionellen Bereich sind die Anforderungen an die Datensicherung ungleich höher. Neben den allgemeinen Filesystem-Sicherungen sind hier auch die Daten spezialisierter Programme wie Datenbanken und Mail-Dienste zu sichern. Dies ist manuell oder mit Scripting kaum noch handhabbar. Auch die Unterstützung virtualisierter Systeme ist mittlerweile ein sehr wichtiger Aspekt, da immer mehr Systeme heute als virtuelle Systeme in Umgebungen von VMware betrieben werden.

Dell EMC NetWorker

Der NetWorker von Dell EMC ist eines der führenden Produkte im Datensicherungsbereich und wird oft von großen Firmen und Behörden zur Sicherung ganzer Rechenzentren eingesetzt. Dabei bietet er:

  • Zentrales Management aller Backup- und Recovery- Vorgänge
  • Unterstützung fast aller UNIX-/LINUX-Derivate und Windows Server und Desktops
  • Unterstützung der NetApp Systeme mit ihrer Ontap-Datenmanagement-Software
  • Unterstützung fast aller Datenbanken und Produktionssteuerungssystem wie SAP
  • Unterstützung von Datensicherungen in und aus der Cloud
  • Volle Unterstützung der EMC-eigenen intelligenten Festplatteneinheiten (Data Domain)
  • Volle Unterstützung virtueller Umgebungen, insbesondere des Marktführers VMware
  • Volle Integration mehrerer Storage-Lösungen (intelligente Festplatteneinheiten). Neben Storage-Lösungen von Fujitsu, NetApp und vielen anderen wird natürlich auch die EMC hauseigene Data Domain unterstützt. Die Data Domain unterstützt ihrerseits auch bestimmte funktionale Eigenschaften des NetWorker und macht somit eine besonders gute Integration möglich.

Übersicht der EMC NetWorker Komponenten

Die Struktur des NetWorker ist hierarchisch. Es gibt einen NetWorker Server, der alle geplanten Backups zentral verwaltet. Alle Sicherungsmedien wie Festplatten, Bandstationen, Cloud-Zugänge sind an NetWorker Storage Nodes angeschlossen. Da der NetWorker Server selbst auch ein Storage Node ist, kann bei kleineren Installationen auf Storage Nodes verzichtet werden. NetWorker Clients sind alle anderen zu sichernden Systeme.

Alle Konfigurationen für die zu sichernde Umgebung werden zentral vom NetWorker Server ausgeführt. Neben einem Command Line Interface (Kommandoschnittstelle über die Shell) stellt NetWorker zwei graphische Schnittstellen zur Konfiguration und Kontrolle zur Verfügung: Eine javabasierte Schnittstelle, die fast alle Konfiguration- und Kontroll-Möglichkeiten abdeckt und eine Web basierte Schnittstelle, die mit einem Browser über das Netz aufrufbar ist, die Konfigurationsmöglichkeiten jedoch nicht vollständig abdeckt.

Der NetWorker ist eines der ältesten Programme im Backup-Bereich und hat mittlerweile eine sehr gute Qualität erreicht. Wir selbst haben bei ORDIX einige Spezialisten die beim Aufbau, der Konfiguration und dem Betrieb einer Datensicherungsumgebung mit NetWorker assistieren oder auch für Sie durchführen können.

COMMVAULT

Auch bei Commvault handelt es sich um ein Datensicherungsprodukt im Enterprise-Bereich. Von der Struktur her ist es dem NetWorker ähnlich. Allerdings sind die Verwaltungsaufgaben hier durch die sogenannten Media Agenten etwas verteilter gegenüber dem NetWorker.

Die COMMVAULT Software bietet Backups für:
  • Dateisysteme
  • Anwendungen
  • Datenbanken
  • Virtuelle Maschinen
  • Container
  • Cloud native SaaS-Anwendungen

Übersicht der Commvault Komponenten

Die wesentlichen Bestandteile sind:

CommCell Console:
Die zentrale Schnittstelle für die Administration einer Commvault-Umgebung ist die CommCell Console. Mit der CommCell Console können Sie u. a. folgende Tasks initiieren:
  • Erstellen und Ändern der Konfigurationen von CommCell-Resourcen (z. B. Clients, Laufwerke usw.)
  • Starten und Planen von Sicherungen, Wiederherstellungen oder administrativen Jobs
  • Überwachen laufender Jobs
  • Auswerten des Erfolgs abgeschlossener Jobs
  • Überwachen von Systemereignissen
Die Commcell Console läuft grundsätzlich auf Windows-Server-Systemen.

CommServe (Master Server):
Der CommServe ist die zentrale Komponente der Commvault SIMPANA Suite, von der alle Prozesse innerhalb der Umgebung gesteuert und überwacht werden. Dabei werden die Konfigurationsdaten sowie die Metadaten der Sicherung in einer MS-SQL-Datenbank verwaltet. Geleichzeitig nimmt der CommServe die über die CommCell durchgeführten Aktionen entgegen, alternativ zur CommCell kann die Administration auch über die Web-Console erfolgen, die über beliebige Browser ausführbar ist. Über ein fein abgestuftes Sicherheitskonzept können dabei verschiedene Rollen für die Administration definiert und in das Windows Active Directory integriert werden.

Es wird ein umfangreiches Alerting und Reporting zur Verfügung gestellt, um mit wenigen Mausklicks einen Überblick über die gesamte Umgebung zu erhalten. Eine Integration in andere Management-Werkzeuge ist ebenfalls möglich.

MediaAgent
Die zweite Komponente der Common Plattform ist der MediaAgent. Als Plattform für dieses Modul können verschiedene Betriebssysteme (z.B. Windows, Unix oder LINUX) zum Einsatz kommen, eine Kombination unterschiedlicher Systeme ist ebenfalls möglich. Dabei können die unterschiedlichsten Speicherressourcen wie Tapes, Disks, Netzwerkfreigaben oder aber Content Adressed Storagesysteme (CAS) zum Einsatz kommen und auch über die verschiedenen Plattformen für die Media Agents geshared, d.h. gemeinsam genutzt werden.

Neben der eigentlichen Aufgabe des Transports der Daten und der Verwaltung der verschiedensten Storage-Ressourcen haben die MediaAgenten noch weitere Aufgaben:
  • Verwaltung des Medien-Index
  • Softwarekompression
  • Multiplexing
  • Duplizierung (Optional)
  • Verschlüsselung (Optional)
Während die Metadaten der Sicherungen, wie auch die Konfigurationsinformationen, in der MS-SQL Datenbank der CommServe verwaltet werden, werden die Inhaltslisten der Sicherungen (der so genannte Index) auf den Medienagenten verwaltet.

Während der CommServe lediglich die Metainformationen der Umgebung vorhält, werden die Detailinformationen über die gespeicherten Informationen im Medienindex auf den MediaAgenten verwaltet. Dieser Medienindex wird in periodischen Abständen auf die jeweiligen Speicherressourcen geschrieben und für einen schnellen Restore oder browse in den Backup/Archiv-Daten auf den Festplatten des MediaAgenten als Index Cache gepuffert.

Wie der NetWorker ist auch Commvault eine leistungsfähige Datensicherungs-Software im Großkunden und Enterprise Bereich. Auch hier bieten wir von ORDIX eine umfangreiche Unterstützung bei der Installation, der Konfiguration und dem Betrieb an.

VEEAM

Veeam ist das jüngste Datensicherungsprogramm, dass hier vorgestellt wird. Von der Struktur her ist es etwas einfacher als die anderen beiden. Mit Veeam können auch einzelne Windows-Systeme von privaten Endbenutzern kostenlos gesichert werden. Die Ablage der Daten erfolgt standardmäßig auf (wie auch immer gearteten) Festplatten. Bandlaufwerke werden standardmäßig nur als Ziel für die zweite Kopie unterstützt (Für FS-Daten können Ausnahmen generiert werden.)

Die Stärke von Veeam liegt in der Sicherung von VMware-Systemen, es können aber auch Agent-gesteuerte Sicherungen durchgeführt werden.: Die Sicherung von Applikationen (wie z.B. Oracle) wird unterstützt, aber die Möglichkeiten sind dabei geringer als beim Einsatz von NetWorker oder CommVault.

Übersicht der Veeam Komponenten

Komponenten des Veeam Backup:

Backup Server:
Kernkomponente des Veeam. Koordiniert alle Sicherungen, Replikationen und Rücksicherungen. Er verwaltet die Sicherungsjobs (Startzeitpunkt, Aktion, welche Systeme). Weiter werden die Ressourcen für die Sicherungen verwaltet und die Konfigurationen des Backups. Der Backup Server kann auf einem virtuellen oder physischen System installiert werden.

Proxy Server:
die Arbeitspferde in einer Veeam Umgebung. Er transportiert alle zu sichernden Daten zwischen dem Backup Server und den Repository Servern, wo die zu sichernden Daten und die notwendigen Metadaten (Informationen über die gesicherten Daten) abgelegt werden.
Ein Proxy Server kann linux- oder windowsbasiert sein.

Repository Server:
Hier ist das Ziel die Sicherung, auf der alle gesicherten Daten und die Verwaltungsinformationen zu den Daten abgelegt werden.

Enterprise Manager Server
Optionale Komponente. Über diese Komponente können mehrere Backup Server über eine Schnittstelle verwaltet werden. Dieser Enterprise Manager verwendet einen eigenen SQL-Server und Backup Katalog.

Fazit

Dies war natürlich nur ein kurzer Überblick über die drei häufigsten Datensicherungspakete für mittlere bis große Organisationen und Firmen. NetWorker ist das älteste Programmpaket, hat sich aber im Laufe der Zeit immer wieder an neue Anforderungen wie z.B. Cloud-Computing und Virtualisierung angepasst. Namhafte große Firmen und Bundesbehörden benutzen heute NetWorker für die Datensicherung sehr großer Rechenzentren mit mehreren Terrabyte Sicherungsvolumen täglich. Die Software hat mittlerweile einen hohen Qualitätsstandard erreicht und läuft über Monate zuverlässig.

Die Commvault-Software ist später als der NetWorker entstanden und hat ihre Stärken im Bereich Virtualisierung und Cloud-Computing. Die Software ist vom Aufbau her moderner als der NetWorker (mehr objektorientiert) und nicht so hierarchisch. Auch die Commvault-Software wird von großen Firmen zur Datensicherung verwendet, wozu auch große Versicherungskonzerne gehören.

Für beide Software-Pakete kann die ORDIX AG hervorragende Spezialisten zur Planung, Projektierung, Installation und Betrieb anbieten. Teilweise verfügen diese über jahrzehntelange Erfahrungen auf diesen Gebieten.

Veeam wurde 2006 gegründet und konzentrierte sich frühzeitig auf die Sicherung von virtuellen Systemen. Eine weitere Stärke ist die Datensicherung in cloudbasierten, virtuellen, physischen sowie SaaS- und Kubernetes-Umgebungen. Nach eigenen Angaben hat Veeam heute 400 000 Kunden. Eine Besonderheit bei Veeam ist, dass ein einfacher Sicherungs-Client auch von Privatpersonen kostenlos auf ihren privaten PCs verwendet werden kann.

Senior Chief Consultant bei ORDIX.

 

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