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Immer unter Strom? Erste Erfahrungen nach dem Umstieg auf ein E-Auto

Als Vielfahrer habe ich in den letzten Jahren unzählige Kilometer auf deutschen Autobahnen zurückgelegt und war dabei immer ein wenig skeptisch bezüglich der Reichweite von Elektroautos. Aber in Zeiten steigender Spritpreise und des wachsenden Umweltbewusstseins wurde es für mich Zeit, mich mit der neuen Technologie zu beschäftigen. So entschied ich mich vor ein paar Monaten den Umstieg auf ein E-Auto zu „wagen“.

Einmal (be)entschleunigen

Nach ca. 3.000 km mit meinem neuen Elektroauto kann ich sagen: Ich bin in der neuen Welt weitestgehend angekommen. Ich gestehe, dass ich mit meinem Verbrenner gerne auch mal nahe der 200 km/h Grenze unterwegs war. Die Fahrt mit einem Elektroauto ist anders, aber keineswegs schlechter. Geschwindigkeiten jenseits der 130 km/h-Grenze sind mittlerweile eine Seltenheit. Mein „intelligenter Tempomat“ ist im Dauereinsatz. Der Effekt: Ich fühle mich ruhiger, entspannter und komme trotz Ladepausen genauso pünktlich und zuverlässig an meinem Ziel an. Trotzdem betrachte ich den Ladezustand immer noch kritischer als die Tankanzeige vor wenigen Wochen. Auch das „One-Pedal-Driving“ trägt sehr zu einer ruhigeren Fahrweise bei. Apropos Ruhe: Die Geräuschkulisse in einem E-Auto (und die angepasste Geschwindigkeit) ist ebenfalls eine der drastischen Veränderungen zu einem Verbrenner. 

Weniger CO2, dafür mehr Koffein. Der Kaffeekonsum auf 100 km ist seit ein paar Wochen deutlich gestiegen. Der Pappbecher wird durch einen Mehrweg-Becher von ORDIX ersetzt. Leider ist ein „Refill“ von Bechern noch nicht überall möglich.

Kein Ziel ohne Plan

Natürlich erfordert die Fahrt mit einem Elektroauto etwas mehr Planung und Organisation, zumindest ist das bei mir aktuell noch so. Aber das ist kein Nachteil, sondern eine Chance, den Alltag bewusster zu gestalten und die Fahrten effektiver zu nutzen. Ich plane längere Fahrten im Voraus und suche mir passende Ladesäulen entlang meiner Route. Das Ziel dabei ist es, stets eine HPC-Ladesäule (High Power Charging) entlang meiner Route zu nutzen. Damit sind meine Ladeprobleme auf die Dauer eines Kaffees und zwei, bis drei bearbeiteter Mails zeitlich gelöst. Auf meinen täglichen Strecken fühle ich mich aktuell sehr sicher mit Ladestrom versorgt. Insbesondere die Lademöglichkeit in meiner Geschäftsstelle ist meine Hauptbezugsquelle. Da mein aktuelles Fahrzeug (bei entsprechender Fahrweise) eine Reichweite von ca. 500 km bietet, reicht i. d. R. ein Arbeitstag im Büro, um mein Fahrzeug für die Woche zu laden. 

Mit 130 kw ist ein Ladezustand von > 80% in unter einer halben Stunde erreicht.

Fahrt ins Unbekannte

Es gibt aber auch noch eine paar Dinge für mich zu entdecken. So liegt beispielsweise die erste Fahrt ins Ausland (Schweiz und Italien) vor mir. Während ich früher mit einem Verbrenner einfach losgefahren wäre (Diesel gibt es schließlich überall), erwische ich mich jetzt dabei zu prüfen (siehe oben), ob es entlang der Route auch wirklich genügend Schnellladesäulen gibt. Denn gerade beim Reisen hat man ja keine Lust, alle drei bis vier Stunden längere Zeit an weniger leistungsstarken Ladesäulen zu verweilen. 

Hoffentlich ist die Ladeinfrastruktur im Ausland, insbesondere mit HPC-Ladesäulen, genauso gut, wie hier in Deutschland.

Fazit

Insgesamt kann ich auch Vielfahrern nur empfehlen, sich einmal mit der Elektromobilität auseinanderzusetzen. Die Technologie hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt und bietet mittlerweile eine zuverlässige und komfortable Alternative zum herkömmlichen Verbrennungsmotor. Der Umstieg mag am Anfang ungewohnt sein, aber mit etwas Planung und einer offenen Einstellung wird man schnell merken, dass Elektromobilität eine lohnende Erfahrung ist.

Principal Consultant bei ORDIX

 

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Montag, 27. Mai 2024

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